Hummeln (Bombus)
In Europa existieren etwa 70 Arten von Hummeln, 36 davon in Deutschland. Hummeln werden in Echte Hummeln und Schmarotzerhummeln eingeteilt. Letztere legen ihre Eier bei den Echten Hummeln ins Nest und lassen so ihre Brut großziehen. Wie bei Honigbienen gibt es bei Echten Hummeln eine Königin und einen Hofstaat aus Drohnen und Weibchen. Allerdings umfassen ihre Völker nur wenige Dutzend bis maximal sechshundert Individuen. Die Jungkönigin übersteht den Winter im Gegensatz zur Königin der Honigbiene alleine, ohne von ihren Arbeiterinnen gewärmt zu werden. Das geht nur dank eines Winterschlafs, der viel Energie verbraucht.

Wollbienen (Anthidium)
Diese etwas gedrungenen Bienen sind gelbschwarz gezeichnet und am Thorax behaart. Die Weibchen besitzen auf der Unterseite des Hinterleibes eine Pollensammelbürste. Sie tragen Pflanzenhaare als Nistmaterial ein und so wirken die Nester wie in Watte gebettet. Die Männchen fliegen auffällig an Nahrungspflanzen umher und vertreiben andere Männchen und auch andere Arten, während sie auf paarungsbereite Weibchen warten. Besucht werden hauptsächlich Schmetterlings-, Lippen- und Rachenblütler. Nisthilfen sollten Nistgänge mit 6–8 mm Durchmesser anbieten. Beobachtung der Tiere an der Nisthilfe ab Juni.

Blattschneiderbienen (Megachile)
Die Weibchen schneiden kleine Stücke aus Blättern von Laubbäumen und kleiden ihre Nester damit aus. Die einzelnen Arten sind mit bloßem Auge schwer voneinander zu unterscheiden. Die meisten Arten sind beim Blütenbesuch wenig wählerisch, nur wenige sind hoch spezialisiert. Die Niströhren sollten für diese relativ großen Bienen einen Durchmesser von 6–8 Millimeter haben. Beobachtungszeit ist im Frühsommer.

Maskenbienen (Hylaeus)
Diese sehr kleinen Bienen sind kaum behaart. Sie sammeln den Pollen nicht an der Körperaußenseite, sondern verschlucken ihn und würgen ihn im Nest wieder hervor. Vor allem die Männchen tragen eine helle Gesichtszeichnung. Auch bei den Weibchen sind meist helle Streifen zwischen den Augen zu erkennen. Die Nester werden in sehr engen Röhren mit nur 3 Millimeter Durchmesser angelegt und mit einem cellophanartigen Drüsensekret verschlossen. Diese Bienen lassen sich ab Mai beobachten.

Mauerbienen (Osmia)
Diese Gruppe umfasst im deutschsprachigen Raum etwa 52 Arten. Zwei von diesen Mauerbienenarten lassen sich häufig an Nisthilfen beobachten und sind in Bezug auf ihre Blütenwahl wenig anspruchsvoll: Die Gehörnte Mauerbiene hat eine schwarz-rote Färbung, das Weibchen trägt zwei "Hörnchen" am Kopfschild. Die Rote Mauerbiene ist bräunlich-rot gefärbt und hat ebenfalls "Hörnchen". Beide verschließen ihre Nester mit Lehm und bevorzugen Nisthilfen mit einem Durchmesser von 6–8 Millimeter.

Pelzbienen (Anthophora)
Sehr selten kann man an künstlichen Nisthilfen auch die Frühlings-Pelzbiene bestaunen. Die Tiere wirken etwas wie Hummeln, sind jedoch Haare der Sammelbürste an den Hinterbeinen erkennbar und hat sie eine gedrungene Gestalt, ist es eine Pelzbiene. Sie nutzt viele verschiedene Nahrungspflanzen, bevorzugt jedoch Borretsch- und Primelgewächse sowie Lippenblütler. Diese großen Bienen nutzen Bohrlöcher von 8 Millimeter Durchmesser. Beobachtungszeit ist von März bis Juni.

Scherenbienen (Chelostoma)
Die schwarze, schlanke Hahnenfuß-Scherenbiene (Osmia florisomne) ist an vielen Nisthilfen zu sehen. Diese Art sammelt ausschließlich an Hahnenfuß. In den Nestverschluss baut sie Steinchen mit ein. Besiedelt werden Niströhren von 3–5 Millimeter Durchmesser. Es gibt noch weitere, mit bloßem Auge schwer zu unterscheidende Arten dieser Gattung, die hauptsächlich an Glockenblumen Pollen sammeln. Man kann sie von April bis Juni beobachten.

Löcherbienen (Heriades)
Löcherbienen sind streng auf den Pollen verschiedener Korbblütler spezialisiert. Die kleinen Bienen verschließen ihr Nest mit Harz, das teilweise mit kleinen Steinchen oder Pflanzenteilen vermischt wird. Diese Bienen bevorzugen Nistgänge von 3–4 Millimeter Durchmesser. Beobachtungszeit ist ab Juni.